Brunnen auf dem Marienplatz

Fischbrunnen

Die Geschichte des Fischbrunnens auf dem Marienplatz lässt sich bis ins Mittelalter nachverfolgen. Schon im frühen 14. Jahrhundert wird dort ein Markt- oder Bürgerbrunnen erwähnt, an dem die Münchener Bürger Wasser schöpfen oder hinaufziehen konnten. Aber 1471 war dieser Brunnen zunächst der einzige der Stadt, der an das neue Wassersystem angeschlossen war, durch das Quellwasser von außerhalb Münchens in die Innenstadt transportierte.

Bis zum Zweiten Weltkrieg stand an der Stelle des heutigen Fischbrunnens ein von Konrad Knoll (der auch verschiedene Statuen am Alten Rathaus schuf)von 1862-1865 gestalteter Brunnen neugotischen Stils, in dem vier Metzgerfiguren Wasser in den Brunnen schütteten. Über ihnen wachFischbrunnenten mehrere Kindermusikanten und ein Geselle.

Nach der Zerstörung des ursprünglichen Fischbrunnens schaffte Josef Henselmann Mitte der 1950er Jahre den heutigen Brunnen. Dabei nutzte er die drei erhaltenen Metzgerburschen sowie drei der musizierenden Kinderfiguren. Die Mittelsäule des Brunnens ziert ein bronzener Fisch, gestaltet von einem Schüler Henselmanns, der an die Geschichte des Marienplatzes als Marktplatz, auf dem auch Fisch feilgeboten wurde, erinnert.

Geldbeutelwaschen

Seit dem 15. Jahrhundert ist es in München Tradition, dass am Aschermittwoch im Brunnen der Geldbeutel gewaschen wird. Mit dem zunächst unter den ärmeren Schichten verbreiteten Brauch sollten die reichen Dienstherren auf den finanziellen Notstand ihrer Dienerschaft nach den ausgelassenen Feiern aufmerksam gemacht werden. Außerdem sollte das Geldbeutelwaschen finanzielle Sorgen für den Rest des Jahres abwehren. In diesem Sinne folgt der Münchener Oberbürgermeister am Fischbrunnen noch immer jedes Jahr dieser Sitte.

Metzgersprung

KräutlmarktbrunnenJahrhundertelang war es üblich, dass jedes Jahr am Rosenmontag die Metzgerlehrlinge den feierlichen Abschluss ihre Lehre am Fischbrunnen beginnen. Zum Zeichen, dass sie nun frei aus ihrer Lehrzeit hervorgingen, tauchten sie im Brunnen unter, wurden mit noch mehr Wasser begossen und warfen zu guter Letzt den Zuschauenden Nüsse und Äpfel zu. Dabei ging es teilweise so heftig zu, dass der Brauch im 18. Jahrhundert sogar verboten wurde.

Im 20. Jahrhundert geriet der Brauch zunehmend in Vergessenheit, bis er in den 1990er Jahren wiederbelebt wurde. Inzwischen findet der Metzgersprung alle drei Jahre am Fischbrunnen statt.

Heute ist der Fischbrunnen, vor allem im Sommer, ein sehr beliebter Treffpunkt der Münchener.

Kräutlmarktbrunnen

Brunnen sind in München allgegenwärtig – fast 700 hat die Stadt vorzuweisen. Nicht alle davon sind historisch, wie zum Beispiel der Kräutlmarktbrunnen am Marienplatz zeigt, der 1972 von dem Künstler Wolf Hirtreiter gestaltet wurde. 2019 soll der Kräutlmarktbrunnen zudem einer von insgesamt 12 ausgewiesenen Trinkwasserbrunnen der Innenstadt werden, an denen sich die Münchener jederzeit erfrischen können.

 

Fotos:

Fischbrunnen © Thomas Lukassek | Dreamstime.com
© Fischbrunnen von Avi1111 dr. avishai teicher[CC BY-SA 4.0] über Wikimedia Commons
© Kräutlmarktbrunnen von Richard Huber – Eigenes Werk, [CC BY-SA 4.0] über Wikimedia Commons