Paulaner im Tal - köstliche Ente

Paulaner im Tal – Traditionswirtshaus für immer geschlossen

Wer rund um den Marienplatz München nach einem Lokal mit traditionell bayerischer Küche suchte, der landete mit dem Paulaner im Tal einen Volltreffer. Für viele Familien war der München-Besuch ganz selbstverständlich mit einer Einkehr in das urigen Restaurant verbunden. Nun ist das beliebte Traditionswirtshaus wegen Insolvenz geschlossen. Ein prominentes Opfer der Corona-Krise.

Traditionelle bayerische Küche im Paulaner im Tal

Bier im Paulaner im Tal
Früher konnte man im Biergarten ein kühles Bier genießen.

In den besten Zeiten brummte das Geschäft. Nach einem Bummel durch die Geschäfte und Sehenswürdigkeiten von München kehrte man gern ins Paulaner im Tal ein. Hier konnte man noch in gemütlicher Atmosphäre Weißwürste, zünftige Schweinshaxen und einen leckeren Kaiserschmarrn nach traditionellen Rezepten genießen, während ringsumher sich zunehmend moderne Restaurants mit internationalen Einflüssen niederließen.

Die leckeren Speisen aus frischen, regionalen Zutaten kamen bei den Gästen nach wie vor gut an. Das Weißwurst-Frühstück war legendär und der Entenbraten wurde als der Beste nach bayerischem Rezept in ganz München angepriesen. Neben den klassischen Gerichten der bayerischen und alpenländischen Küche schafften es in den letzten Jahren aber auch vegane Gerichte, Burger und Super-Foods auf die Speisekarte, um angesagte Trends nicht zu verpassen und junge Gäste zu locken.

Während der wärmeren Tage konnte man ein Bier oder einen guten Wein im hauseigenen Biergarten genießen. Im dicht besiedelten Stadtteil Altstadt-Lehel sind Biergärten an den Restaurants wegen Platzmangel nicht selbstverständlich. Alle, die sich nach einem Spaziergang über den Viktualienmarkt oder den Marienplatz erfrischen wollten, nahmen die Einladung zu einem kühlen Getränk im gemütlichen, geschützten Innenhof des Restaurants deshalb gern an.

Selbst Promi-Wirt hat durch Zwangsschließung keine Chance

Im Paulaner im Tal wurde getafelt und gefeiert und selbst Geschäftsessen wurden dort zum Erfolg. Der letzte Inhaber des Restaurants, das bayerische Urgestein Putzi Holenia, hatte sich im Laufe der Jahre einen Promi-Status erarbeitet, obwohl er sich selbst nie als Star sehen wollte. Doch Bekanntheit bleibt nicht aus, wenn man seine Gastronomen-Karriere als Wirt der St. Emmeramsmühle startet und dort über 20 Jahre von der Münchner Schickeria umgeben ist.

Noch mehr ins Licht der Öffentlichkeit rückte er als Restauranttester „Haferlgucker“ von TV München. Bleibt zu hoffen, dass er den Blick in die Töpfe der Kollegen fortsetzt, damit das unterhaltsame Format eine Zukunft hat. Wer einmal reinschauen möchte, der findet viele der Videos auf dem Haferlgucker-Youtube-Channel.

Schon im Jahr 1524 eröffnete das Gasthaus Paulaner im Tal seine Pforten. Auf die lange Tradition waren die vielen Wirts-Generationen zu Recht stolz, hatte man sich doch in guten und schlechten Zeiten als eins der ersten Häuser am Platze behaupten können. Ein solches Restaurant gibt man nicht einfach ohne Not auf. Doch Putzi Holenia konnte die Insolvenz nicht mehr abwenden. Infolge der Zwangsschließung der Münchner Restaurants durch die Covid-19-Pandemie durften über lange Zeit keine Gäste bewirtet werden. Zu lange für das Paulaner im Tal. Die finanziellen Reserven waren am Ende erschöpft. Während andere Restaurants nach der Lockerung der Corona-Beschränkung wieder öffnen durften, hatten die Betreiber des prominente Gasthauses bereits Insolvenz angemeldet.

Paulaner im Tal sollte verkauft werden

Den Schock über die Schließung des bekannten Lokals hatte die Branche noch gar nicht richtig verdaut, als die Abendzeitung im Juni 2020 berichtete, dass das Paulaner im Tal verkauft werden soll. Früher wäre ein so prominentes Restaurant in bevorzugter Lage der Münchener Innenstadt der Traum eines jeden Wirtes gewesen. Vielleicht wäre es als Objekt gar nicht erst offiziell auf den Markt gekommen und hätte schon vorher Interessenten gefunden. Doch wer kann und will in solch unsicheren Zeiten 1 Million Euro für ein insolventes Restaurant ausgeben? Niemand.

Mit dem Paulaner im Tal ging eine echte Münchner Institution verloren. Man kann nur hoffen, dass das große Restaurant-und Hotel-Sterben durch die Zwangsschließungen ausbleibt und viele Münchner Tourismusanbieter trotz ihrer immensen Verluste überleben.

 

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